1000 Zeichen Lebensgeschichten

Dillenburg, 08.05.2018
Schreibwerkstatt ebnet den Weg für das nächste Buch

Viele Lebensgeschichten warten darauf, zu Papier gebracht zu werden. (Foto: Kielgaß)

Vom einstigen Projekt zum langfristig angelegten Bestandteil der Lebenshilfe-Arbeit: Die Schreibwerkstatt „1000 Zeichen“ bleibt „keine Eintagsfliege“, wie Andreas Thamer, Wohnbereichsleiter und Mitinitiator, am Freitagnachmittag in Manderbach betonte. Dort kamen im Wohnheim 16 Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen, um gemeinsam ein zweites Buch zu schreiben.

 

„,1000 Zeichen - Begegnungen Downtown‘ war ein großer Erfolg“, freute sich Thamer. „Überall in Deutschland haben Menschen das Buch gekauft. Unsere erste Auflage war so schnell vergriffen, dass wir eine zweite drucken lassen mussten. Das hat uns in unserem Ansatz bestätigt: Jeder Mensch hat eine Geschichte zu erzählen.“ Dieser Ansatz soll auch künftig fortgesetzt werden – ermöglicht durch erste finanzielle Sponsoren. Themenschwerpunkt sollen diesmal Biografien bilden. „Ich bin überzeugt davon, dass jeder, der hier sitzt, eine spannende Lebensgeschichte zu erzählen hat.“

 

Um diese zu Papier zu bringen, wirken neben Thamer der überregional bekannte Poetry-Slammer und „Stimmgeber“ Sascha Kirchhoff (Betreutes Wohnen) sowie Alexandra Lesemann (Betreutes Wohnen) und Conny Schneider (Öffentlichkeitsarbeit) als Schreibunterstützer, die das Gesagte zu Papier bringen und in 1000-Zeichen-Texte ausformulieren. Neben diesem Team stehen der Lebenshilfe-Schreibwerkstatt auch wieder der Lektora-Verlag für die Veröffentlichung und das Lektorat sowie Grafikerin Helga Schneider für die Gestaltung zur Seite. Neu hinzugekommen ist Fotograf Jakob Kielgaß aus Marburg, der am Freitag bereits erste Porträts von den Teilnehmern machte.

 

Das erste Treffen diente zudem dem Austausch allgemeiner Informationen und der Festlegung des weiteren Vorgehens. Über ein erstes Mind-Map sowie sogenannte „Elfchen“ (Gedichte aus elf Schlagworten) dokumentierten die Teilnehmer zum einen ihren persönlichen Bezug zur Lebenshilfe, zum anderen hielten sie fest, was sie in ihrem eigenen Leben am meisten geprägt hat. Biografiearbeit ist ein wesentlicher Bestandteil innerhalb der angewandten Pädagogik der Lebenshilfe Dillenburg. Gerade für Menschen mit geistigen Behinderungen ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Lebensgeschichte von enormer Bedeutung für ihre eigene Identität und Selbstwahrnehmung.

 

Die Teilnahme am Schreibprojekt ist jederzeit möglich und für jeden offen. Bei Fragen und Anregungen: geschichten@lebenshilfe-dillenburg.de